In einer Stadt mit Hügeln plant man eine Session nach der Höhe. Hier plant man sie nach der Entfernung. Berlin ist neunmal so groß wie Paris und fast vollständig eben, also gibt es keinen Aussichtspunkt, von dem aus sich etwas überblicken ließe, und keine zwei Motive, die man in zehn Minuten zu Fuß verbindet. Wer Oberbaumbrücke und Museumsinsel in derselben Stunde will, verbringt die Hälfte davon in der U1.
Daraus folgt die Regel, nach der hier gearbeitet wird: ein Kiez pro Session. Kreuzberg am Landwehrkanal, Mitte zwischen Museumsinsel und Monbijou, Prenzlauer Berg um den Wasserturm — jedes davon trägt neunzig Minuten allein. Die zweite Regel betrifft die Genehmigungen, und sie überrascht regelmäßig: Der öffentliche Raum ist frei, aber die großen Parks werden von Grün Berlin verwaltet, und eine gewerbliche Produktion dort ist anmelde- und kostenpflichtig. Das Tempelhofer Feld hat noch einmal eigene Regeln. Das klärt man vorher, nicht wenn jemand mit einer Warnweste danebensteht.