Düsseldorf ist eine Stadt mit zwei Gesichtern, die zweihundert Meter auseinanderliegen. Die Rheinuferpromenade ist Platanen, Treppen zum Wasser und im Sommer abends voller Menschen; der Medienhafen dahinter ist Gehry, glasverkleidete Schrägen und nach Feierabend praktisch leer. Das eine gibt warmes, weiches Licht und Bewegung, das andere harte Kanten und Spiegelungen — und weil sie zu Fuß verbunden sind, ist das die seltene Session, die zwei völlig verschiedene Register bekommt, ohne dass jemand in ein Auto steigt.
Die Altstadt dazwischen ist als Motiv schwieriger, als sie aussieht: die Gassen sind eng, nach neunzehn Uhr ist sie eine Kneipenmeile, und vormittags wird angeliefert. Wer sie will, geht sonntags früh. Was Düsseldorf sonst noch hat und kaum jemand einplant, ist das japanische Viertel um die Immermannstraße — die drittgrößte japanische Gemeinde Europas, mit Schildern, Läden und einer Bildsprache, die in Deutschland sonst nirgends vorkommt.