Jede Kölner Session beginnt mit derselben Frage: Dom im Bild oder nicht. Wer ihn will, steht in Deutz, auf der anderen Rheinseite, und zwar am Abend — der Dom steht auf dem Westufer, von Deutz aus schaut man nach Westen, also hat man morgens Gegenlicht und am späten Nachmittag die Fassade von vorn. Genau umgekehrt zu dem, was die meisten annehmen, und der häufigste Grund für Bilder, auf denen der Dom eine schwarze Silhouette ist.
Wer ihn nicht will, hat mehr Auswahl, als die Stadt zugetraut bekommt. Das Belgische Viertel ist Gründerzeit mit Bäumen und hat Licht bis in die Seitenstraßen, der Rheinpark auf der Deutzer Seite ist eine Bundesgartenschau von 1957 mit Blick zurück auf die Stadt, und die Hohenzollernbrücke trägt zwei Motive gleichzeitig — die Schlösser und die Züge. Was den Kölner Kalender wirklich bestimmt, ist der Karneval: von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch ist die Innenstadt für alles andere gesperrt, und das sind keine Randtage, sondern sechs.