Was anziehen zum Fotoshooting? Outfit-Guide
Was zieht man zum Fotoshooting an? Farben, Muster, Passform und Checklisten für Paar-, Familien-, Babybauch- und Business-Shootings — aus der Sicht der Kamera.

Die Frage, die vor fast jedem Shooting gestellt wird, ist nicht die nach dem Ort oder der Uhrzeit, sondern: Was ziehe ich an? Sie ist berechtigt. Kleidung ist auf einem Foto die größte Fläche nach dem Hintergrund, und ein falsches Oberteil kann ein Bild stärker bestimmen als das Gesicht darüber.
Die gute Nachricht: Es gibt dafür keine Mode-Regeln, sondern Kamera-Regeln. Die meisten davon sind einfach, und sie gelten für ein Paarshooting genauso wie für ein Bewerbungsfoto.
Die fünf Grundregeln
1. Unifarben schlägt Muster
Kleine, enge Muster — feine Streifen, Hahnentritt, kleine Karos — erzeugen auf dem Kamerasensor ein Flimmern, den sogenannten Moiré-Effekt. Auf dem Bildschirm sieht das aus wie ein Fehler in der Datei. Große, ruhige Muster wie ein breites Karo oder ein grobes Strickmuster sind unproblematisch. Im Zweifel: einfarbig.
2. Gedeckte Farben statt Neon
Kräftige Signalfarben werfen Licht zurück. Ein neongrünes Shirt färbt Kinn und Hals grünlich, und das lässt sich in der Bearbeitung nur mühsam und nie ganz entfernen. Gut funktionieren gedeckte, leicht gebrochene Töne: Salbei, Rost, Senf, Taubenblau, Creme, Cognac, Dunkelgrün.
3. Weiß und Schwarz mit Vorsicht
Reines Weiß brennt in der Sonne schnell aus und zeigt dann keine Struktur mehr. Reines Schwarz schluckt Details und lässt Figuren als flache Silhouette erscheinen. Beides geht, aber ein Wollweiß oder ein Anthrazit ist fast immer die bessere Wahl.
4. Passform vor Marke
Die Kamera sieht, wo Stoff spannt, wo ein Kragen absteht und wo ein Hemd zu weit ist. Tragen Sie, was jetzt sitzt — nicht, was vor zwei Jahren saß oder in zwei Monaten sitzen soll. Gerade bei Porträts ist der Halsausschnitt wichtiger als alles andere.
5. Etwas, in dem Sie sich bewegen können
Bei einer Reportage wird gelaufen, gesessen, sich hingekniet und umarmt. Eine Hose, in der man nicht sitzen kann, oder Schuhe, in denen man nicht zwanzig Minuten gehen kann, sieht man auf den Bildern — im Gesicht.
Paarshooting: abgestimmt, nicht gleich
Der häufigste Fehler bei Paaren ist der Partnerlook: gleiche Jeans, gleiches weißes Shirt. Das wirkt auf Fotos schnell uniform. Besser ist eine gemeinsame Farbfamilie mit unterschiedlichen Tönen — sie in einem rostroten Kleid, er in einem cremefarbenen Pullover und einer dunklen Hose.
Eine praktische Regel: Eine Person darf die auffälligere Farbe oder das Muster tragen, die andere bleibt ruhig. Und die Formalität sollte passen. Ein Abendkleid neben Kapuzenpulli erzählt eine Geschichte, nur meist nicht die gewünschte.
Für einen Heiratsantrag gilt dasselbe, mit einem Zusatz: Die Person, die gefragt wird, soll nichts ahnen. Ein Anlass wie ein Abendessen ist daher der beste Vorwand, sich schöner anzuziehen als sonst.
Familienshooting: eine Palette für alle
Bei vier oder fünf Personen auf einem Bild wird Kleidung zur Komposition. Bewährt hat sich:
- Legen Sie zwei bis drei Grundfarben fest und kleiden Sie alle darin, in unterschiedlicher Verteilung.
- Höchstens eine Person trägt ein Muster.
- Keine Logos, keine Schriftzüge, keine Figuren auf Kindershirts — sie ziehen den Blick sofort auf sich.
- Kinder ziehen an, worin sie sich wohlfühlen. Ein Kind im kratzigen Hemd hält keine Viertelstunde durch.
- Legen Sie für kleine Kinder ein zweites Oberteil ins Auto. Es wird gebraucht.
Beim Familienshooting draußen spielt auch die Umgebung mit: Im Herbstwald wirken warme Erdtöne, am Wasser oder in der Stadt eher kühle Blau- und Grautöne.
Babybauch- und Neugeborenenshooting
Beim Babybauchshooting soll der Bauch sichtbar sein, also Kleidung, die ihn zeigt: ein eng anliegendes Kleid aus fließendem Stoff, ein Strickkleid oder ein offenes Hemd über einem schlichten Top. Weite, gerade geschnittene Kleidung versteckt genau das, worum es geht. Die beste Zeit liegt zwischen der 28. und der 34. Schwangerschaftswoche.
Beim Neugeborenenshooting sind die Eltern oft mit auf dem Bild. Weiche, helle, einfarbige Stoffe ohne Knöpfe und Reißverschlüsse sind ideal — das Baby liegt darauf, und Hautkontakt sieht auf Fotos besser aus als eine Jeansjacke.
Bewerbungsfoto und Businessporträt
Die Regel ist schlicht: Tragen Sie, was Sie am ersten Arbeitstag in dieser Position tragen würden, und dann eine Stufe formeller — nicht drei. Eine Bankerin im Sakko, ein Handwerksmeister im sauberen Hemd, eine Entwicklerin im gut sitzenden Pullover: Alle drei sind richtig angezogen.
- Bringen Sie zwei Oberteile mit, am besten in einer hellen und einer dunklen Variante.
- Mittlere Farbtöne wie Blau, Grau oder Grün stehen vor hellen und dunklen Hintergründen.
- Achten Sie auf den Kragen: Er ist auf einem Brustbild das Erste, was auffällt.
- Bügeln Sie am Abend vorher, und transportieren Sie das Hemd auf einem Bügel.
- Brillen sind kein Problem, entspiegelte Gläser helfen.
Beim Businessporträt für ein ganzes Team lohnt eine kurze Absprache vorab, damit nicht eine Person im Anzug neben fünf im T-Shirt steht.
Nach Jahreszeit
| Jahreszeit | Gut geeignet | Eher vermeiden |
|---|---|---|
| Frühling | Helle Pastelltöne, leichte Jacken, Leinen | Dicke Winterjacken, reines Schwarz |
| Sommer | Luftige Stoffe, Creme, Sand, Hellblau | Neonfarben, ärmellos bei praller Mittagssonne |
| Herbst | Rost, Senf, Cognac, Strick, Mäntel | Kühles Grau im bunten Laub |
| Winter | Wollmäntel, Schals, Mützen in Uni, Dunkelgrün | Daunenjacken in Signalfarben |
Im Winter gilt außerdem: Rote Nasen und Hände sind auf Fotos sichtbar. Handschuhe zwischen den Aufnahmen und eine Thermoskanne helfen mehr als jede Retusche.
Haare, Make-up und Accessoires
Machen Sie nichts, was Sie noch nie gemacht haben. Ein neuer Haarschnitt drei Tage vor dem Termin, eine neue Haarfarbe oder ein ungewohntes Make-up sind das häufigste Bedauern nach einem Shooting. Ein Friseurtermin eine Woche vorher ist ideal.
Make-up darf etwas kräftiger sein als im Alltag, aber nicht glänzen: Mattierendes Puder ist wichtiger als jede Farbe. Männer profitieren ebenfalls von einem Hauch Puder auf Stirn und Nase. Bei Accessoires gilt: ein Statement-Stück statt fünf, und keine Smartwatch mit leuchtendem Display.
Checkliste für den Tag davor
- Outfit komplett anprobieren, inklusive Schuhe
- Handyfoto am Fenster machen und prüfen
- Kleidung bügeln oder dämpfen, Fusselrolle einpacken
- Ein Wechseloberteil pro Person einpacken, bei Kindern zwei
- Bequeme Schuhe für den Weg, schöne Schuhe für die Bilder
- Wasser, Taschentücher, Haargummi, Puder
- Taschen leeren — Handy und Schlüssel beulen jede Hose aus
Wenn Sie unsicher sind, schicken Sie uns vor dem Termin einfach zwei, drei Fotos Ihrer Outfit-Ideen. Wir sehen sie uns gern an, und die Antwort dauert zwei Minuten. Hier können Sie Ihr Shooting anfragen.
Häufige Fragen
- Welche Farben sind beim Fotoshooting am besten?
- Gedeckte, leicht gebrochene Töne wie Salbei, Rost, Senf, Taubenblau, Creme oder Dunkelgrün. Sie schmeicheln fast jedem Hautton und werfen kein farbiges Licht ins Gesicht. Neonfarben, reines Weiß und reines Schwarz sind schwieriger.
- Sollten Paare beim Fotoshooting das Gleiche tragen?
- Nein. Gleiche Outfits wirken auf Fotos schnell uniform. Besser ist eine gemeinsame Farbfamilie in unterschiedlichen Tönen, bei der eine Person die auffälligere Farbe trägt und die andere ruhig bleibt.
- Wie viele Outfits sollte ich zum Fotoshooting mitbringen?
- Für ein Shooting von 60 bis 90 Minuten reichen ein Hauptoutfit und ein Wechseloberteil. Mehr Wechsel kosten Zeit, die für Bilder fehlt. Beim Bewerbungsfoto sind zwei Oberteile in unterschiedlicher Helligkeit sinnvoll.
- Kann ich beim Fotoshooting eine Brille tragen?
- Ja. Wer im Alltag Brille trägt, sollte sie auch auf dem Foto tragen, sonst wirkt das Bild fremd. Entspiegelte Gläser helfen, und Reflexionen lassen sich durch den Winkel zum Licht fast immer vermeiden.