Der Canaletto-Blick ist ein Gemälde von 1748, und man kann bis heute an genau der Stelle stehen, von der aus er gemalt wurde. Vom Neustädter Elbufer liegen Hofkirche, Ständehaus, Frauenkirche und Brühlsche Terrasse in einer Reihe über dem Wasser. Weil die Front nach Norden zeigt, bekommt sie im Sommer spätnachmittags Streiflicht von links und im Winter den ganzen Tag über nur diffuses Licht — was bedeutet, dass ein Dezembertermin hier ehrlicher aussieht als ein Julitermin um die Mittagszeit.
Das zweite Dresdner Thema sind Innenräume, und sie sind eng geregelt. Zwinger, Semperoper und Residenzschloss gehören den Staatlichen Kunstsammlungen beziehungsweise dem Freistaat, und eine gewerbliche Aufnahme dort ist genehmigungs- und gebührenpflichtig; für den Zwingerhof gilt das nicht, für die Gänge und Pavillons darin je nach Bereich schon. Wer in Dresden eine Hochzeit plant, klärt das gleichzeitig mit dem Standesamt und nicht danach — und das Standesamt selbst sitzt in einem Gebäude, in dem fotografiert werden darf, was nicht überall so ist.