Die Geografie macht hier die ganze Arbeit. Das deutsche Ufer liegt im Norden, also blickt man von Konstanz, Meersburg, Überlingen oder Lindau aus nach Süden — über sechzig Kilometer Wasser auf die Schweizer und österreichischen Berge. Das heißt zweierlei: erstens hat man vom Ufer aus praktisch immer Gegenlicht oder Seitenlicht, was für Paarbilder ideal und für Gruppenaufnahmen anspruchsvoll ist. Zweitens ist die Alpensicht wetterabhängig und im Frühjahr und Spätherbst am verlässlichsten, wenn die Luft klar ist und der Dunst des Sommers fehlt.
Der See ist außerdem ein Milde-Klima-Gebiet, und das verschiebt die Saison: Die Obstblüte auf der Halbinsel Höri und um Meersburg beginnt in guten Jahren Anfang April, zwei Wochen vor dem Rest Süddeutschlands, und im Oktober ist es hier abends noch warm genug für eine Session ohne Mantel. Was Aufwand macht, ist die Insel Mainau — sie gehört einer Stiftung, kostet Eintritt und lässt gewerbliche Aufnahmen nur nach vorheriger Vereinbarung zu. Das ist keine Formalie: Auf Mainau steht Personal, das danach fragt.